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Frühling 2.1













Postkarte: Rudi Hurzlmeier



Auf dem Stuhl hin- und her gerutscht. Laut gedacht und leise eingesunken. Ab und zu die Wolken betrachtet, die Lockerungen versprachen, aber dann. Frühlingsanfang um 10:37 Uhr. Kleine Schneeflöckchen tanzen vor der Einscheibenverglasung, nein, zwei Einscheiben festverschraubt im Rahmen, also Doppelrahmen, drinnen draussen mit je einer Scheibe ohne Durchblick. Müsste mal wieder geputzt werden, jetzt wo der Frühling. Oder warten wir einfach ab, bis alles vorbei? Also ich meine der ganze Schnee von gestern, der jetzt vor der Zweieinscheibenschraubverglasung flockt. Frohlockt. Gegen das Licht und mit Zehenspitzen auf den Blütenblättern tänzelt und sofort taut. Schmilzt. Zu Wasser wird und glänzt, als würde uns der Witz gefallen. Zum Lachen bringen gar. Da müsste aber schon mehr vom Himmel kommen als diese markige Natur. Widersetzen Sie sich! Höre ich den alten Kopf sagen. Trotzen Sie! Waren wir nicht schon beim Du, du und ich? Alter Ego, warum so förmlich!


Und siehe da, die Wolken lösen, das Licht drängt, die Kälte bleibt draussen und es wäre schon fast ein bisserl Frühlingskitsch, wenn jetzt noch. Da müssten wir die Fenster aufschrauben und auch von innen. Aber wer will das schon, glänzendes Glas in Einrahmensichtweite mit Hasimops? Eiverpüppsch! Da bleibe ich doch lieber festverschraubt und eingesunken und putze zwischendurch die Brille.